Gemeinsam auf dem Weg im Seelsorgeraum Unteres Paznaun
Nun gibt es ihn schon seit 10 Jahren – unseren Seelsorgeraum – formell errichtet im September 2016 mit einem gemeinsamen Festgottesdienst aller drei Pfarreien.
„Aller Anfang ist schwer“ heißt ein Sprichwort. Auch für uns – wohl für alle Pfarrangehörigen und für mich selbst war es ungewohnt; wir mussten uns erst allmählich mit der neuen Situation vertraut machen. Manches änderte sich – vertraute Gottesdienstzeiten, Umstellung von Bittgängen und Prozessionen … manches wurde weniger – dafür aber auch viele Zugewinne! Vor allem denke ich dabei an die Aufwertung des Ehrenamtes; die Gläubigen erkennen mehr und mehr, wie wichtig und wertvoll das Einbringen von Fähigkeiten, geschenkter Zeit und Mithilfe bei den verschiedenen Veranstaltungen in der eigenen Pfarre und im Seelsorgeraum ist.
So ist es nun schon zu einer guten Gewohnheit geworden, die Elisabethfeier abwechselnd in Kappl und See zu feiern – dabei viele alte und neue Gesichter kennen zu lernen bzw. Erinnerungen an frühere Zeiten aufzufrischen. So viele „junge und junggebliebene Senioren“ auf einmal zu sehen ist herzerfrischend und spannend.
Auch die Jugend, der PGR, Jungbauern, Firmlinge bringen sich ein, wenn es gilt, am 31. Oktober abwechselnd in allen 3 Orten die NACHT der 1000 Lichter vorzubereiten. In diesem Jahr wird wieder Langesthei dazu Kinder, die Jugend und Familien einladen.
Es ist ein großer Zugewinn, wenn bei den verschiedenen Angeboten die vorbereitende Pfarre nicht unter sich bleibt, sondern viele „Nachbarn“ willkommen heißen und kennenlernen darf.
Das tut unserem Selbstverständnis als gläubiger Mensch gut und ist genau die Intention der Verkündung Jesu: Er kam unser Heiles willen auf die Erde und sammelt das Gottesvolk. Wir alle sind Brüder und Schwestern. Auch bei uns ziehen neue Menschen in den Ort, beginnen hier einen neuen Lebensabschnitt, Kinder gehen hier zur Schule und suchen ihren Platz in der Gemeinschaft. Manche finden rasch Anschluss, andere bleiben zurückhaltend. Gerade deshalb sind wir als Christen und Christinnen eingeladen, ja aufgerufen aufeinander zuzugehen und Gemeinschaft zu leben.
Es braucht oft nicht viel, um einem Menschen zu signalisieren: Du bist willkommen! Ein Gruß, ein freundliches Gespräch, eine Einladung zum Kaffee oder Spaziergang …
Jede und jeder kann dazu beitragen, dass aus „Unbekannten“ Nachbarn, ja Freunde werden. Auch die Einladung zum Gottesdienst und Gebetszeiten, zu Veranstaltungen in der Pfarre, im SSR kann eine wertvolle Brücke sein.
Dank der vielen Talente und Begabungen, die Menschen „zusammenlegen“ kann das Pfarrleben „leben“. „Fremde“ sind Freunde, die wir nur noch nicht kennengelernt haben.
Ein junger Christ hat einen Wunsch an die Pfarrgemeinden so treffend formuliert: Möge jeder und jede unabhängig von Religion, Herkunft oder bisheriger Lebensgeschichte spüren: Du bist willkommen. Du bist gerne gesehen. Du gehörst dazu!
Gemeinsam sind wir Pfarre im Seelsorgeraum und gemeinsam können wir dazu beitragen, dass niemand fremd bleibt und aus Nachbarschaft echte Gemeinschaft wird.
Euer Pfarrer Gerhard