Liebe PfarrbriefleserInnen im SSR Unteres Paznaun!

Die Feier des 800. Todestages des Hl. Franziskus am 4. Oktober 2026 bildet den Höhepunkt und Abschluss einer Reihe von Gedenkjahren dieses beispielhaften Mannes aus Assisi, dessen Strahlkraft in die ganze christl. Welt und weit darüber hinaus, immer heller leuchtet, je mehr sich der heutige Mensch von seinem natürlichen Lebensraum und Schöpfungsnähe entfernt und sich in einer übertechnisierter, von KI gesteuerten Welt oft genug zu verlieren droht.

Franziskus‘ Einsatz für das geschwisterliche Leben der Menschen, Überwindung der Gegensätze von arm und reich, für Frieden, Versöhnung, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ist ein Signal – ja ein Leuchtfeuer für die Gegenwart – geworden.

Ende November 1223 erhielt Franziskus die erste päpstliche Bestätigung seiner Lebensform und für die seiner „Mitbrüder“. Noch zu seinen Lebzeiten waren die ersten Gefährten des Heiligen schon über die Alpen nach Norden gezogen und gründeten z.B. in Brixen, Salzburg und in der Diözese Augsburg Franziskanerklöster.

Zu Weihnachten 1223 setzte Franziskus während der Christmette in Greccio ein eindrucksvolles Zeichen, welches das Gedenken an die Menschwerdung Gottes mit der Feier der Hl. Messe eindrucksvoll zu verbinden wusste.

Im Verlauf einer persönlichen Fastenzeit im Jahr 1224 auf dem Berg La Verna erlebte Franz in einer Lichtvision eine besondere Art der Zuwendung Gottes, die ihm in einer Phase der Krankheit und Erschöpfung wieder Kraft und Mut gibt. Etwas später wird mit diesem Ereignis auch das Phänomen der Stigmatisierung – der Sichtbarwerdung der Wundmale Jesu an seinem Körper – in Verbindung gebracht.

1225 steht die Abfassung des Sonnengesanges im Blickpunkt als erste Poesie in altitalienischer Volkssprache!

In diesem Gedicht bringt der bereits sehr leidende Heilige seine Gotteserfahrung aus der Schöpfung zum Ausdruck: Alle geschaffenen Wesen sind Spuren von Gottes unerhörter Liebe und als solche mahnen sie den mit Verstand begabten Menschen zu einer universellen Geschwisterlichkeit, auch zu den Tieren und Pflanzen.

So kann ER in dieser Gesinnung auch den leiblichen Tod, den er im Lied als Schwester (ital. Sorella morte) besingt, annehmen.

Am 3. Oktober gegen Abend beim Gesang einer aufsteigenden Lerche gibt er bei der von ihm geliebten Kapelle Maria von den Engeln (Portiunkula) seine Seele Gott, dem Schöpfer, zurück.

1986 – vor 40 Jahren – begannen in Assisi die Friedensgebete mit Vertretern der verschiedenen Weltreligionen – eine mutige Initiative von Papst Johannes Paul II.

Dass so viele verschiedene Glaubensrichtungen in der „Stadt des Friedens“ zusammenkommen, zeigt die universale Sendung des armen Franziskus. In ihm finden Menschen über alle Grenzen hinweg eine Sehnsuchtsgestalt, der die grundlegenden Werte des Menschen verkörpert.

Der Heilige hat stets Maß am Evangelium genommen, es immer mehr in sein Leben integriert. (Es ist ja die Botschaft, dass Gott Liebe ist). Am Beginn seines geistlichen Testaments hat Franziskus als erstes seine Erfahrung unter Aussätzigen genannt – als existentiellen Umkehrpunkt in seinem Leben. Dieses Erlebnis brachte für ihn die Frage nach Gott in den Blick.

Franziskus, der im Mittelalter lebte, schenkt uns die zeitlose Botschaft, dass die Überwindung

von Egoismus und Selbstzentriertheit den Weg in ein tieferes Erleben und in eine größere innere Freiheit führt. Ich kann als glaubender Mensch auf so Vieles verzichten, wenn ich mich von Gott unendlich geliebt und wertgeschätzt weiß.

Die Begegnung mit dem Aussätzigen (1206):

Dies war der entscheidende Impuls, der Franziskus‘ Umkehrweg markiert. Die Armut begegnete ihm, noch bevor er sich dem Leiden Jesu zuwandte in ihrer widerlichsten Form.

Er entdeckte den Kern der Botschaft Christi in Natura – er handelte, bevor er urteilte. Es war etwas in ihm, das ihn drängte; er folgte einem inneren Impuls.

Originalton Franziskus in seinem Testament:

„So hat der Herr mir gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: Denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt.“

So beginnt mit einer Umarmung, einem Sich-Überwinden und der menschlich mitleidenden Form der Begegnung der neue Weg des Heiligen. Eine neue Welt tat sich auf, fortan erlebte Franziskus sein Leben, obwohl es von so großer Einfachheit, ja Armut war, als sein neues, glücklicheres Leben, das eine tiefe Freude ausstrahlte.

 Terminvorschau Herbst 2026

  • So. 20.09.26  feierlicher Erntedank mit Friedensmesse von Lorenz Maierhofer (aufgeführt von Chor, Orgel u. Bläsern), Agape und Gemeinschaft – herzliche Einladung an alle im SSR Unteres Paznaun
  • So. 27.09.26  Erntedank u. Dankprozession in Langesthei – Patrozinium St. Hieronymus
  • So. 04.10.26  feierlicher Gottesdienst zum 800. Todestag d. Hl. Franziskus – Rosenkranzsonntag – Bundesfest d. Frauen in Kappl
  • Sa. 10.10.26   Ehejubiläen – Dankfeier in Kappl
  • So. 11.10.26   Erntedank in See
  • Sa. 17.10.26   Kirchenkonzert „Project Paznaun“ (19.30 Uhr in St. Antonius)
  • Sa. 24.10.26  Großes Gebet in der Pfarre Kappl – Abendmesse zum 100. Weltmissionssonntag
  • So. 25.10.26  Sonntag der Weltkirche – bei allen Gottesdiensten Sammlung f. Christen in Not
  • Fr. 30.10.26   Ehejubiläum in See
  • Sa. 31.10.26   Nacht der 1000 Lichter in Langesthei (18.00 bis 21.00 Uhr)
  • So. 01.11.26   Hochfest ALLERHEILIGEN
  • Mo 02.11.26   Allerseelen
  • So. 08.11.26   Seelensonntag – Kirchenkonzert „Chordae Vocalis“ (18.00 Uhr in St. Antonius)
  • So. 15.11.26   Welttag der Armen (Elisabethsonntag)
  • Do. 19.11.26   Elisabethfeier in Kappl (Gottesdienst mit Krankensalbung)
  • Sa. 21.11.26   Cäcilienfeier u. Festmesse zu Christkönig in St. Antonius – Kirchenchor u. Musikkapelle
  • So. 22.11.26   ADVENTBAZAR in See (Gemeindesaal) – Herzliche Einladung an den gesamten Seelsorgeraum
  • So. 29.11.26   Beginn des Neuen Kirchenjahres – ADVENT