Liebe Mitchristen im SSR Unteres Paznaun!
1. November – Fest Allerheiligen – wir erinnern uns der eigenen Lebens-Bestimmung – immer mehr der Mensch zu werden, den Gott in uns sieht; mehr und mehr heil und ganz zu werden.
Zunächst hat man sie oft belächelt, sogar für verrückt erklärt. Manchmal auch verfolgt.
Danach erst kamen die Statuen auf den Altären und auf den Sockeln … uns heutigen scheinen die Heiligen oft als unerreichbare Helden, als Muster der Frömmigkeit, als Säulen der Kirche.
Ihre Zeitgenossen hielten sie oft genug für Rebellen, Quertreiber und Unruhestifter.
Wenn wir aber ihr Leben betrachten – dann werden aus exotischen Helden plötzlich Weggefährten.
Die Statuen steigen von den Podesten herunter und entpuppen sich als Menschen, die innere Kämpfe austragen, schwach sind und auch zerrissen von vielerlei Erwartungen. Aus entrückten Idealbildern werden Glaubensgeschwister, die sich die Sehnsucht nach Gott inmitten der Welt bewahrt haben, die Erde geliebt haben; es sind Menschen, die um ihren Glauben ringen mussten wie wir, die Ohnmacht, Versagen und Leere erlebt haben. Ohne freilich je die Sehnsucht nach dem ganz Anderen zu verlieren. Quer zu dem was uns die Welt vorgibt – wie lebenswertes Leben zu sein hat – bewahrten sich die Heiligen einen Widerspruchsgeist; lebten ein alternatives, der göttlichen Wahrheit entsprechendes Leben.
Wie Franz von Assisi, der auf Besitz und Waffen verzichtet und die Aufteilung der Welt in Herren und Knechte überwindet (alle Geschöpfe sind Geschwister, sie kommen aus Gottes guten Händen, alles ist miteinander verwoben und Gott ist auf der Seite der Kleinen).
Wie Elisabeth, die Fürstin, die das Elend der Armen als beschämendes Gericht über luxuriösen Lebensstil ihres eigenen Standes zu verstecken beginnt.
Wie Filippo Neri, der seine Späße mit Geldprotzen und Kirchenfürsten macht; die Herren der Welt in all ihrer Überheblichkeit als lächerliche Zwerge und ihre Insignien als alberne Kostümierungen großer Kinder entlarvt.
Wie Thomas More, der sich – ohne einer Schuld bewusst den Tod vor Augen – nicht gleichschalten lässt, sondern seinem Gewissen folgt und durch seinen starken Glauben die Menschen bewegt.
Wie der Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, der seinem Gewissen folgt und durch seine Hingabe an den Willen Gottes jedem kriegerischen Angriff auf ein anderes Land jedwede Legitimation entzieht.
Oder wie Gian Girogio Frascatti und Carlo Acutis, junge Burschen, die sich schon in ihrer frühen Jugend die Frage nach dem tiefsten Sinn ihres Lebens stellten und diesen fanden in der Beziehung zu Gott, im Gebet und in der Liebe, für andere da zu sein.
Für uns „ausgewogene“, immer mit Maß und Ziel agierende Menschen, werden die Heiligen zu einer Gewissensfrage: Wagen wir es auch, anders zu leben, aus dem Rahmen zu fallen, mutig zu dem zu stehen, was uns das gläubige Gewissen eingibt?
Wollen wir nicht mehr und mehr wagen – wirklich Christen zu sein?
Ein großes Vergelt’s Gott allen Frauen und Männern und unseren Mesnern, die im Oktober dem Aufruf zur Kirchenreinigung nach der erfolgten Restaurierung unseres Kirchturms in Kappl gefolgt sind. Dies gilt auch für alle, die am Vortag der Kirchenreinigung beim Ausräumen und am Tag danach wieder beim Einräumen mitgeholfen haben. Die jährliche Kirchenreinigung ist notwendig und hilft, das Gotteshaus in einem guten Zustand zu erhalten.
Ein Vergelt’s Gott auch an Josef und Irma Wechner, die jedes Jahr heißes Wasser für die Kirchenreinigung zur Verfügung stellen. Danke für Euer Entgegenkommen.
Danke für Euer Opfer am Weltmissions-Sonntag:
in Kappl EUR 1.571,04 und in Langesthei EUR 551,88